Neu:Olympus M.Zuiko Digital ED 12-200 mm 1:3.5-6.3

Olympus hat das neue Superzoom, das M.Zuiko Digital ED 12-200 mm 1:3.5-6.3, für unser mFT System angekündigt. Die technischen Daten sind beeindruckend, 12-200 mm Brennweite (auf KB umgerechnet 24-400!mm), geschützt gegen Staub- und Spritzwasser, natürlich in einer frostsicheren Bauweise ausgeführt, dabei mit 455gr. noch wirklich leicht und tragbar und mit 100mm Länge und 78mm Durchmesser sehr kompakt. Der Listenreis in Europa wird bei 899€ liegen, der Straßenpreis wie immer etwas tiefer. Naja, es ist halt kein „Super-Duper lichtstarkes Megageiles TOP-Pro-MAX-Zoom“ und die Presse und die Form überschlagen sich auch gerade nicht vor Begeisterung über das neue Superzoom.

Ja geht’s denn noch? Olympus setz hier den Gedanken des mFT-Systems fast vorbildlich um, bringt ein sehr interessantes Reiseobjektiv auf den Markt, das bei anderen Kameraherstellern vergeblich im Objektiv Line-Up gesucht werden muss und das zu einer UVP von 899€! Und die Reaktionen der Presse sind, ich formuliere es einmal charmant, zurückhaltend! Der Brennweitenbereich von 12-200 mm dürfte wohl für jede Urlaubsreise, jeden Spaziergang und jeden Zoobesuch, sicherlich für 95% aller Fotos ausreichen. Egal ob ich einen Affen im Porträt im Zoo fotografieren möchte, den wundervollen Ausblick auf den Sonnenuntergang im Urlaub oder eine Makroaufnahme einer Blume (0,46x fach auf KB gerechnet) schießen will, es geht mit diesem Objektiv! Ein Dreh am Zoom Ring und ich bin von der „Totalen“ im „Close-Up“, auch für die Videofilmer ist das neue Olympus M.Zuiko Digital ED 12-200 mm 1:3.5-6.3 ideal. Gerade im Vergleich zum Zuiko 4,0-5,6/14-150 ist das neue Zuiko 3,5-6,3/12-200 zu Ende gedacht. Die plus 2 mm am unteren Ende sind im Weitwinkelbereich richtig viel Zugewinn an Blickwinkel und dabei noch lichtstärker mit f3,5 als die f4,0 des Zuiko 14-150mm. Die plus 50mm am Ende der Zoomreichweite sind zwar auch prima, ich persönlich glaube jedoch, dass den meisten Usern der Zuwachs im Weitwinkel wichtiger sein wird. Olympus hat ein in meinen Augen ein extrem vielseitiges Zoom geschaffen, dass wohl für Video (und der Bereich wird immer wichtiger) als auch für Foto ein perfektes All-in-one darstellt und eine extrem breite Zielgruppe ansprechen sollte. Denken wir an den Familienvater, der alles dabei hat oder auch den Profi, der in einer staubigen Umgebung alles filmen und fotografieren kann ohne gezwungen zu sein, die Optik zu wechseln. Zusammen mit einer lichtstarken, kleinen 1,8er Festbrennweite könnte das Olympus M.Zuiko Digital ED 12-200 mm 1:3.5-6.3 das „Schweizer Taschenmesser“ im mFT System werden. Es wird spannend zu sehen sein, wie sich die Neuerscheinung gegen das Zuiko Pro Zoom 4/12-100 behaupten wird und wie groß am Ende die Preisdifferenz zwischen den beiden Objektiven sein wird. Jedenfalls hat Olympus bewiesen, und das war in meinen Augen äußerst wichtig, dass auch der „normale“ Fotoamateur weiter im mFT-System mit Neuerscheinungen rechnen kann. Olympus bedient die komplette Bandbreite und as ist gut so.

Ein Wort noch zur Preisgestaltung, 899€ Listenpreis sind sicher kein Schnäppchen, aber der Preis ist ebenfalls nicht als utopisch anzusehen. Ich bin sicher, dass Olympus irgendwann ein Set mit dem Zuiko 3,5-6,3/12-200mm anbieten wird, z.B. mit einer OM-D EM 10 oder OM-D EM5, das dürfte den Einstieg nochmal etwas günstiger gestalten. Stellen wir uns doch einmal, nur so zum Spaß, eine Vollformat DSLM mit einer vergleichbaren Optik vor, sowohl von der Größe als auch vom Gewicht wäre das noch lustig, aber kaum akzeptabel. Kommen wir aber zum Preisschild dürften die meisten Familienväter „raus“ sein. Insofern denke ich, dass Olympus mit dem neuen Olympus M.Zuiko Digital ED 12-200 mm 1:3.5-6.3 alles richtig gemacht hat. Es ist nicht spektakulär, aber sehr universell. Wie das so ist im Leben, das Schweizer Taschenmesser wird immer gekauft und ist immer dabei, das Bowie-Messer ist zwar ein spektakuläres Teil, hängt aber dann doch meistens als Dekoration über dem Kamin.

7 Gedanken zu „Neu:Olympus M.Zuiko Digital ED 12-200 mm 1:3.5-6.3“

  1. Das 12-200mm ist bereits ab knapp 50mm Brennweite lichtschwächer als das 14-150. es liegt dann bereits bei 6,3.

    Daher ist der Punkt „lichtstärker“ nicht wirklich ein Argument.

    1. Hallo und ja, da hast Du recht. Beide Objektive finde ich interessant, allerdings finde ich die 12mm am kurzen Ende immer noch wirklich wichtig für meine Fotografie. Das ist an meinem 12-40 mit die am häufigsten eingesetze Brennweite. Aber das ist nur meine persönliche Ansicht. Vom Preis her finde ich das 14-150 für den Amateure wesentlich besser eingeordnet. Meine Freundin z.B. würde das 14-150 wirklich in Betracht ziehen, a) weil es einen größeren Brennweitenbereich hat als ihr Kit und b) weil es (noch) bezahlbar ist für ein Hobby unter vielen.

      Wie immer hängt es von den persönlichen Vorlieben ab, aber toll, dass wir die Wahl haben, oder?

  2. Hallo,
    der Preis finde ich OK. Meine Entscheidung war ein gebrauchtes Olympus Objektiv 40-150 mm F4.0 – F5.6 ( 98 € ) Für alles weitere Festbrennweiten. Ich finde man setzt sich viel intensiver mit der Bildgestaltung auseinander. Für Landschaft 14 mm F2,5 für alles weiter
    25 mm F1,7. Grüssle Paul

    1. Hallo Paul,

      das 4,0-5,6/40-150 ist ein oft unterschätztes Objektiv. Es liefert eine prima Abbildungsleistung und ist dabei leicht und kompakt, so dass es überall hin mitgenommen werden kann. Trotz meinem 2,8/40-150 und dem PanaLeica 100-400 werde ich das 4,0-5,6/40-150 ganz sicher behalten, einfach weil man es kaum bemerkt, wenn man es dabei hat!

      Festbrennweiten mag ich auch, gerade an meiner PEN-F, allerdings bin ich durch das Olympus 2,8/12-40 wirklich verwöhnt. Die Bildgestaltung ist damit manchmal einfacher, aber auch manchmal etwas weniger bewusst. Ich glaube aber, da kommt es immer auf den Fotografen an und in welcher „Stimmung“ er zum fotografieren ist. Habe ich zum Beispiel lange keine Gelegenheit gehabt zu fotografieren, brenne ich darauf wieder Bilder zu machen und da wird selbst mit dem Zoom sehr sorgfältig das Bild gestaltet. Aber es gibt ja auch andere Tage 😉 in denen das Zoom zur Bequemlichkeit verführt!

      Das schöne am mFT System ist mittlerweile die Vielseitigkeit, egal ob Zoom oder Festbrennweite, Lichtriesen oder Lichtzwerge, Schwer- oder Leichtgewicht. Es ist alles da und jeder kann nach seinem Geschmack glücklich werden. Da ist mFT Nikon und Canon und selbst Panasonic Vollformat meilenweit voraus!

      1. Hallo,
        danke für deine Antwort.
        Ich versuche für wenig Geld viel für mein Hobby – Fotografie herauszuholen. Ich kenne viele die haben für sehr viel Geld Analoge Kameras gekauft … und heute sind sie unverkäuflich – wertlos.
        Anders gesagt nichts ist für immer bzw. lieber eine schöne Fotoreise als viel Geld in teure Objektive. Festbrennweiten sind viel günstiger und ich habe damit viel spass beim fotografieren. Gruss Paul.

        1. Hallo Paul,

          ich Grunde hast Du recht, Kameras und Objektive sind teuer und der Wertverlust ist zumindest bei Kameras in der heutigen Zeit relativ schnell recht hoch. Bei guten Objektiven hält es sich noch in Grenzen finde ich. Aber es ist richtig, lieber 4.000€ für eine unvergessliche Reise ausgeben, als die neue Sony Alpha 7R Mk.IV kaufen 😉 (oder auch die Olympus EM-1X für 3.000€ um bei mFT zu bleiben).

          1. Guten Abend,
            mein Gedanke zum Abend.
            Ich war in Wetzlar in Leica Park – Museum. Die ausgestellten Fotos vor ca 90 Jahren, einfach nur ,,wow, von der Aussage des Fotos fragt niemand nach der Technik....
            Darum denke ich das Technik viel zu oft sehr überbewertet wird.
            Eins der besten Fotos ist: ,,Napalm-Mädchen
            . Zur rechten Zeit am rechten Ort ist alles beim tografieren. Gruss Paul.

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