Neue Vollformat Lumix: ISt die S5 eine Alternative zum mFT System?

Am 2. September stellte Panasonic die neue Lumix S5 vor. Da die Specs im Vorfeld schon durch die üblichen Kanäle durchgesickert waren, kannten die meisten interessierten User schon die Details. Ab dem 2. September konnten dann auch die bekannten YouTuber Ihre Videos veröffentlichen und positive wie negative Eigenschaften darstellen. Unter dem Strich eine Markteinführung einer Kamera wie viel andere zuvor auch, „Business as usual“ für die meisten Foto- und Video Interessierten.

Nun, für fast alle war es „Business as usual“, denn die mFT-Gemeinde hat die Ankündigung bestimmt mit großem Interesse verfolgt, steht doch immer noch die Frage im Raum, wie Panasonic mit dem mFT-System weiter macht und da könnte die neue Lumix S5 viellicht einen Hinweis geben.

Die Lumix S5 dürfte im Line-up von Panasonic das Pendant zur Lumix G91 im mFT Segment sein, also solide Mittelklasse und preiswert. Das Vollformat-System wird durch die neue S5 nach „unten“ ausgebaut und das war meiner Meinung nach ohne Frage dringend notwendig. Die S1, S1R und S1H waren alle richtig groß, schwer und nicht ganz billig. Auch wenn die Gehäuse der S-Reihe qualitativ über jeden Zweifel erhaben sind, bleiben sie trotzdem groß und massig. Mit der S5 macht Panasonic jetzt vieles richtig und stellt in meinen Augen die erste Vollformat Kamera vor, die mich in Versuchung führen könnte.

Natürlich schätze ich mFT immer noch und ich liebe meine G9 mit dem 100-400 und der genialen Bedienung. Mit dem Auge am Sucher bediene ich die G9 mittlerweile blind. Die PEN-F von Olympus ist mittlerweile eine Kultkamera mit dem Kreativ-Rad und mit den 1.8er Festbrennweiten bildet sie ein klassisches Setup. Von diesen Kameras werde ich mich definitiv nicht trennen. Trotzdem bleibt die Neugierde einmal Vollformat auszuprobieren, gerade wenn man die Hälfte seines bisherigen Fotografenlebens mit „Kleinbild“ unterwegs war. Ich habe mich umgeschaut, aber bislang keine Kamera gefundene die mir auf Anhieb so zugesagt hätte wie eine G9 oder eine OM-D EM-1 Mk.3. Weder die Sony A3, noch die EOS R oder die Nikon Z6 waren für mich passend, aus welchen Gründen auch immer. Lediglich die neue Canon R6 reizt mich, allerdings fremdel ich in diesem Fall etwas mit den Objektiven. Erschwerend kommt der hohe Preis der Canon R6 dazu, sowie das mir nicht bekannte Bedienkonzept.

Und was macht Panasonic dann mit der Lumix R5 richtig? Ganz subjektiv folgt hier meine Aufzählung:

  1. Live Composite (wer diese Funktion einmal eingesetzt hat, will sie unbedingt wieder haben, auch wenn „Krolop und Gerst“ in Ihrem Video zur S5 nicht wirklich etwas damit anzufangen wissen.
  2. HighRes Shoot. Ich weiss, welche Probleme auftreten können, aber ich weiß auch wie gut die Ergebnisse an der Lumix G9 sind!
  3. Zwei SD-Karten Slots und keine XQD Slot. Der Verzicht auf XQD treibt den Preis für Einsteiger ins Vollformat nicht weiter in die Höhe und mir reichen die SD-Karten völlig aus.
  4. Einstellbares Bildseitenverhältnis im Sucher: u.a. 4:3 (im Hochformat besser als 3:2) und 2:1 (brauche ich für meine Kalender). Da ich die Bilder gerne „richtig“ im Sucher gestaltet, hilft es mir sehr, wenn ich das Bild sofort im angedachten Bildformat sehen kann.
  5. Der Spritzwasser- und Staubschutz ist für mich mittlerweile eine unabdingbare Voraussetzung für eine neue DSLM.
  6. Frei belegbares 3. Rad auf der Rückseite der Kamera. Wer einmal Blende/Zeit, Belichtungskorrektur und ISO gleichzeitig, ohne Köpfchen drücken, per Rad einstellen konnte, wird es zu schätzen wissen.
  7. Das vordere Einstellrad ist um den Auslöser angebracht, wie bei den Olympus EM-1 Modellen. Besser ist dieses Rad in meinen Augen nicht zu platzieren. Das hat Pana clever abgeschaut!
  8. Das Bedienkonzept von Panasonic. Zum einen weil ich es kenne, zum anderen, weil es wirklich durchdacht und nutzerfreundlich ist.
  9. Das neue 3,5-5,6/10-60mm Kit zur Lumix S5. Endlich ein Hersteller der ein paar neue Ideen in die traditionellen Zoombereiche bringt! Eine gute Idee von Panasonic.
  10. Fast schon vorausgesetzt werden bei einer Lumix Kamera die sehr guten Video-Möglichkeiten, die die Lumix S5 ebenfalls bietet. Persönlich brauche ich diese im Augenblick zwar nicht, aber es ist „nice to have“ und wer weiß was noch kommt.
  11. Zu guter Letzt spielt die Größe und das Gewicht eine, im wahrsten Sinne des Wortes, „tragende“ Rolle. Da war Panasonic bislang für mich einfach zu groß und zu schwer. Die Lumix S5 weist ähnliche Werte wie meine G9 auf und das ist gut so!

Panasonic baut das L-System weiter aus, scheint dabei aber das mFT System nicht zu vergessen. Die GH6 scheint im Laufe diesen Jahres noch angekündigt zu werden und Panasonic würde damit „Wort halten“ und das mFT System weiter pflegen. Dennoch habe ich mir in den letzten Wochen Gedanken gemacht, welche Alternativen sich zu mFT bieten würden. Zugegeben, dieses Szenario wäre für mich der „worst case“, aber durchgespielt habe ich die verschiedenen Möglichkeiten. Bislang allerdings ohne großen Erfolg. Jedes System, inkl. Panasonic S-Kameras, hatte Eigenschaften, die mich gestört haben, kein System konnte mich in Versuchung führen. Mit der Lumix S5 in Kombination mit dem neuen 3,5-5,6/20-60mm Objektiv gibt es aber ab jetzt einen „Plan B“ für mich.

Panasonic hat meiner Meinung nach mit der Lumix S5 eine kleine, potente Vollformat Kamera vorgestellt die erstmals wieder ein „haben wollen“ Gefühl auslöst, genau wie damals mit der G9 und das spricht für den Hersteller!

Wie immer bin ich nicht gesponsert oder bekomme von Panasonic irgendetwas für den Artikel. Die Kamera habe ich leider auch nicht als Vorserienmodelle zur Verfügung gestellt bekommen und ich muss daher auf die Specs und Videos aus dem Netz zugreifen.

12 Gedanken zu „Neue Vollformat Lumix: ISt die S5 eine Alternative zum mFT System?“

  1. Ich hoffe, dass Du Dir mal solch eine Kamera probeweise „ausleihst“ und uns über Deine Erfahrungen berichtest.

    Da ich ein ausgesprochener Altglasfan bin, würde mich auch brennend interessieren, wie man alte analoge Objektive an der S5 betreiben kann.

    LG Bernhard

    1. Hallo Bernhard, bezüglich „Altglas“ müsste ich mich mal schlau machen, da bin ich überfragt. Mit dem „ausleihen“ werde ich die Tage mal bei Panasonic nachfragen, ob die etwas machen können, wenn die ganzen YouTuber ihre Geräte zurückgeben.

        1. Ich werde am Wochenende mal Panasonic anschreiben, bis jetzt bin ich noch nicht dazu gekommen. Was mir bei der S5 Sorgen macht ist der Sucher. Meine G9 hat 3,6 Mio Auflösung, die S5 nur 2.6 oder so. Da wird man einen Unterschied sehen. Das würde mich echt ärgern, wenn der Unterschied zu krass ausfallen würde

    2. Hallo Bernhard,
      welche Altglaeser hast Du bei Mft Gehäusen im Einsatz und welche Adapter( Hersteller mit Typbezeichnung) verwendest Du?
      Herzlichen Dank im Voraus für die Info

      Gruß Gerhard

      1. Lieber Gerhard,

        Insgesammt habe ich gut 300 Objektive, die vom Auflagemaß an das MFT System passen. Als Adapter nehme ich die billigsten China-Adapter, die ich bekommen kann. Teilweise habe ich auch eigens konstruierte Adapter (provisorisch bzw. per 3D-Drucker gedruckte Adapter) im Einsatz.

        Wenn Du auf meiner Seite vorbeischaust, kannst Du feststellen, dass die MFT Kameras nur einen kleinen Teil meiner Ausrüstung an Kameras darstellt. zu 90% habe ich mir diese gebraucht zugelegt.

        LG Bernhard

  2. Hallo miteinander,
    ja wir werden mit neuen Kameras und neuen Objektiven immer heissgemacht mit der Suggestion deine Bilder werden besser, Kosten spielen keine Rolle. Fuer meine Mft-Ausrüstung habe ich
    nur ca. 6300 Euro ausgegeben, ich schaetze mit einer ähnlichen Ausruestung liege ich beim Vollformat in Richtung 10.000 Euro.
    D. H. fuer mich ist dieser Kostenaufwand nicht rational zu erklaeren, ausser es ist mein Hobby [ und was ist da schon rational???] und die 30 bis 50 % Gewichterhoehung , zur Zeit trage ich mit G9+ BG, 100-400 mm, Makroobjektiv 60 mm, 12mm-60mm 2.8, oly 9mm – 18 mm und Filter Zubehör +Ersatzakku ca. 2.8kg.Alle anderen Objektive, Blitzgeraete, Makroschienen, auch 150mm Makro von Sigma mit Canon Adapter, 100 mm Makro vonPentax mit K-Adapter, 30mm Lumix Makroobjektiv nehme ich nur bei Bedarf mit und lasse dafür etwas anderes zu Hause, da ich fotografieren und kein Krafttraining betreiben will. Fazit : Das Geld für Reisen incl. Fotografieren und Workshops fuer besseres Fotografieren ausgeben.
    Mit den besten Grüßen,
    gutes Licht und das richtige Auge
    G. P.
    E

    1. Hallo Gerhard, Du sprichst den immer bleibenden Vorteil von mFT an, die leichten und kompakten Objektive, gerade im Telebereich. Dazu gesellt sich natürlich auch der finanzielle Vorteil. Ein gutes mFT Glas mit einer 2,8er Blende ist halt deutlich günstiger als das Vollformat Pendant. Da liegen die Preise für die 2,8/24-70ziger ja über 2.000€, teilweise sogar über 2.500€. Ausnahmen bilden da nur die Fremdhersteller, aber die sind auch rech teuer. Bei den Bodys ist Gleichstand erreicht, gerade mit der G9, aber dafür liegt die Kamera exzellent in der Hand und ist ein Spitzenmodell.

      Und neben den Kameras und Objektiven kann man Geld durchaus sinnvoll auch so ausgeben, wie Du vorschlägst, nämlich für Reisen und Workshops. Und für die ganz verrückten, wie ich einer bin, auch für das selber drucken ;-).

      Viel Spaß mit der G9 und verrate mir doch mal, welche Tasche Du da im Einsatz hast mit dem 100-400, das würde mich interessieren.

      1. Hallo,

        Ich habe eine Tenba Messenger DNA 15 im Einsatz.
        Einteilung:
        G9 mit BG senkrecht ohne Objektiv
        100-400 senkrecht im Original Beutel + Blaeschentuete
        Die restlichen Objektive im 3.Fach mit Trennwand senkrecht
        getrennt, Objektive mit Blaeschentuete getrennt geschützt.
        Das Nettogewicht der Tasche kommt natürlich noch dazu.

        Gruß Gerhard

    2. Hallo Ihr beiden,

      ich für mich habe beschlossen mich aus diesem Irsinn von ständig neuesten Kameras und Objektiven zu verabschieden. Wenn dann wird ganz selektiv so etwas gekauft.

      Ich verwende teilweise Objektive, die ich für 1€ ersteigert habe. siehe mein 1€ Projekt: https://deramateurphotograph.de/category/projekte-foto-serien/1e-projekt/

      Für einige Kameras habe ich weniger als 100€ ausgegeben. So kann ich sagen, dass meine Ausrüstung wirklich low Budget ist.

      Ich fotografiere nach dem Motto, mit teuerem Equipment mache ich nur teueren Bilderausschuss 🙂

      LG Bernhard

      1. Eine Pentax MX hätte ich auch gerne noch, aber die guten sind richtig teuer geworden. Eine Spotmatic mit dem ein oder anderen Takuma würde mir aber auch gefallen 😉

  3. Hallo miteinander,
    ja wir werden mit neuen Kameras und neuen Objektiven immer heissgemacht mit der Suggestion deine Bilder werden besser, Kosten spielen keine Rolle. Fuer meine Mft-Ausrüstung habe ich
    nur ca. 6300 Euro ausgegeben, ich schaetze mit einer ähnlichen Ausruestung liege ich beim Vollformat in Richtung 10.000 Euro.
    D. H. fuer mich ist dieser Kostenaufwand nicht rational zu erklaeren, ausser es ist mein Hobby [ und was ist da schon rational???] und die 30 bis 50 % Gewichterhoehung (spielen ja keine Rolle) , zur Zeit trage ich mit G9+ BG, 100-400 mm, Makroobjektiv 60 mm, 12mm-60mm 2.8, oly 9mm – 18 mm und Filter Zubehör +Ersatzakku ca. 2.8kg.Alle anderen Objektive, Blitzgeraete, Makroschienen, auch 150mm Makro von Sigma mit Canon Adapter, 100 mm Makro vonPentax mit K-Adapter, 30mm Lumix Makroobjektiv nehme ich nur bei Bedarf mit und lasse dafür etwas anderes zu Hause, da ich fotografieren und kein Krafttraining betreiben will. Fazit : Das Geld für Reisen incl. Fotografieren und Workshops fuer besseres Fotografieren ausgeben.
    Mit den besten Grüßen,
    gutes Licht und das richtige Auge
    G. P.
    E

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