Empfehlung: Kostenloser Foto-Viewer für den Mac. Apollo One

Wer kennt nicht den Moment wenn man von einem Shooting, von einer Wanderung oder einem Fotoausflug zurück an den heimischen Rechner kommt und die Fotos das erste Mal auf einem vernünftigen Bildschirm anschauen und auswählen möchte. Oft stelle ich dann etwas verwundert fest, dass ich doch mehr Aufnahmen gemacht habe, als gedacht und ich mich nun durch einen mehr oder minder großen Berg an Bildern durcharbeiten muss.

In solchen Situationen ist ein guter „Foto-Viewer“ oder, auf deutsch, „Bildbetrachter“, Gold wert. Das wichtigste Merkmal dabei ist für mich die Geschwindigkeit, da ich oft direkt noch auf der Speicherkarte die Bilder lösche. Der zweite bedeutende Punkt ist, dass ich die ausgewählten Fotos ohne Probleme markieren kann, dies darf den Arbeitsfluss nicht stören oder gar aufhalten. Am liebsten nutze ich dafür die Tastatur mit einem Shortcut.

Bislang konnte mich auf dem Mac nur Photo Mechanic überzeugen. Die Demoversion die ich genutzt habe, um mich mit dem Programm vertraut zu machen, ist allerdings vor ein paar Wochen abgelaufen. Kurz bevor ich dann das Programm kaufen wollte, habe ich im Netz einen Hinweis auf die Software ApolloOne für den Mac gelesen. Bis dato war mir das Programm vollkommen unbekannt, aber nach kurzer Recherche konnte ich es sogar im AppStore von Apple finden.

Das Programm gibt es in einer kostenlosen Version, die als Bildbetrachter in meinen Augen vollkommen ausreichend ist. Natürlich gibt es die Software ebenfalls in einer zu kaufenden Vollversion. Angemessene 22€ rufen die Macher von ApolloOne dafür auf, das ist in meinen Augen ein äußerst fairer Preis. Aber kommen wir zum Programm selber. Ich habe einige Screenshots für Euch erstellt, damit Ihr einen ersten Eindruck von ApolloOne gewinnen könnt.

Das Interface von ApolloOne mit allen eingeblendeten Bereichen

So schaut das Interface von ApolloOne aus, wenn alle Bereiche eingeblendet sind. Links ist der Dateibrowser, in diesem könnt Ihr auswählen, welchen Ordner der Viewer anzeigen soll. Unten befindet sich der klassische Filmstreifen, wie er z.B. auch aus Lightroom bekannt ist und rechts befindet sich ein Bereich, in dem Ihr zwischen diversen Informationen umschalten könnt. Ich habe hier gerade die Anzeige für die Bewertungen der Bilder geöffnet. Daneben gibt es noch die klassische Datei-Info, den EXIF Bereich, der auch komplett durchsuchbar ist, die Anzeige für Schlagwörter und natürlich noch den Bereich für das Geotagging. In der Galerie mit den Screenshots könnt Ihr Euch von den Anzeigen ein Bild machen.

Die Ansicht ist bei ApolloOne individuell und nach Geschmack und Bildschirmgröße anpassbar, dabei erinnert mich der ganze Aufbau des Interface sehr an Lightroom. In meinen Augen ist dass kein Fehler, ganz im Gegenteil. Der Umfang des Programms ist für einen Bildbetrachter wirklich beeindruckend. Beispielsweise kann ich eine Spotlightindizierung laufen lassen oder sämtliche Daten aus den EXIFs entfernen. Um mit diesen Bilddaten zu arbeiten hat ApolloOne ein eigenes Menü, den EXIF Werkzeugkasten. Für ein kostenlos angebotenes Programm ist das aller Ehren wert.

Doch trotz all der Einstellungsmöglichkeiten und des Umfangs bleibt die Frage nach der Erfüllung der Kernaufgabe des Programms, der Anzeige und Auswahl von Fotos. Persönlich nehme ich meine Bilder im qualitativ höchst möglichen JPEG Format mit einer zusätzlichem RAW Datei auf. Anzeigen lasse ich mir in den Viewern immer nur die JEPG Datei. ApolloOne kann die Ansicht zwar auch auf RAW ausweiten, allerdings ist dies für mich unnötig, da ich lediglich eine grobe Vorauswahl treffen möchte.

Betrachte ich die Bilder im Viewer auf der internen SSD meines kleinen MacBooks Air, kann ich gar nicht so schnell tippen, wie die Bilder durchgescrollt werden. Etwas anders sieht es aus, wenn ich über USB C die SD Karte (SDHC UHS 1 U 1 32GB) durchsehe, das geht zwar immer noch flott, aber bei weitem nicht so rasend schnell wie von der SSD. Da ist der Flaschenhals allerdings ehr die Karte als ApolloOne.

Unter dem Strich bin ich mit ApolloOne sehr zufrieden. Das Programm läuft stabil, schnell und lässt sich nach kurzer Einarbeitung sehr gut bedienen. Dazu bietet es, falls benötigt, noch einige weitergehende Funktionen an. Ich kann meine SD Karten einlesen, ansehen und nicht gewünschte Bilder direkt darauf löschen. Die Sprache lässt sich unter anderem auf Deutsch umstellen, die Hilfe ist leider nur auf Englisch verfügbar, dafür aber sehr umfangreich und gut gemacht. ApolloOne ist gerade in der Version 2.8 erschienen, ich hatte bislang nur die Version 2.7 auf dem Mac, ich werde aber updaten und falls sich signifikante Veränderungen ergeben sollen, werde ich darüber berichten.

Wie immer bin ich weder von ApolloOne gesponsert oder habe ähnliche Vergütungen erhalten. Daher ist das meine ganz persönliche und unbeeinflusste Meinung zu der Software.

2 Gedanken zu „Empfehlung: Kostenloser Foto-Viewer für den Mac. Apollo One“

  1. Hallo Jörg,
    zunächst Danke für den Tipp.
    Aber was genau kann ApolloOne besser als die Vorschau auf meinem Mac? Eine Bewertung geht, aber eine Verschlagwortung nicht. Eine Erstellung von Ordner geht auch nicht; ist wahrscheinlich auch nicht nötig, weil links bereits vorhandene Ordner angezeigt werden. Den Filmstreifen kriege ich auch nicht angezeigt. Muss ich dazu ApolloOne kaufen? Leider gibt es nur ein englisches Handbuch. Und eigentlich ist die PhotoMediathek von Apple so schlecht ja auch nicht. Und Luminar4 hat auch eine Bildverwaltung. Leider gibt es hier keine Updates. Stattdessen bringen die jedes Jahr ein komplett neues Programm. Natürlich kostenpflichtig (für fragwürdige Neuerungen). Ich habe jedenfalls nicht vor auf LuminarAI zu wechseln (schon wieder mindestens €59), bloß um die Bilder so zu bearbeiten , wie es in der Natur gar nicht war.
    Aber zurück zu ApolloOne. Du hast dich sicher mehr damit beschäftigt; mir fehlt da auch etwas die Geduld. Wo also liegen die Vorteile – betrachten kann ich die Bilder auch anderswo.

    Viele Grüße

    Wolfgang

    1. Kurz gesagt, Geschwindigkeit, direktes löschen auf der SD Karte in einem Rutsch nach der Markierung möglich, EXIF Daten können eingesehen und editiert werden. Das alles bevor es bei mir in Apples Fotos importiert wird. Gerade was die Geschwindigkeit angeht ist der Viewer gut. Der ist kostenlos, auch mit dem Filmstreifen unten und ein Kauf der Vollversion ist für mich nicht unbedingt notwendig.

      Da ich meine SD Karten quasi wie „Filme“ behandle, ist mir wichtig, dass ich die SD Karte direkt bearbeiten kann und das in einer guten Geschwindigkeit. Das klappt mit Fotos nicht, weil mir die Vorschauen zu klein sind, daher der Viewer.

      Ein schönes Wochenende!

      Jörg

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