STC-Clip Filter: Qualitativ Top oder ehr Flop?

Mit Kamerafiltern ist das schon eine spezielle Sache. Was haben in der Vergangenheit Glaubenskriege in den Internetforen um das Thema „pro und contra UV-Filter/Schutzfilter“ getobt. Es wurde mit einer Leidenschaft gestritten, die vermuten ließ es gehe um Themen von internationaler politischer Bedeutung. Dabei ging es lediglich um ein Stück Glas, eingefaßt in einen Messingring mit einem Schraubgewinde. Aber, jedes Stück Filterglas welches zusätzlich in den Strahlengang des Objektivs „eingreift“, vermindert die Abbildungsleistung. So stellt sich auch bei den STC Clip Filtern zwangsläufig die Frage nach der Qualität der Filter und ob diese Auswirkungen auf das Bildergebnis hat.

Nun bin ich eigentlich weniger der Typ Fotograf, der gerne Zeitungen und Backsteinmauern fotografiert, um seine Objektive zu testen, aber irgendetwas in der Art musste ich ja nun auf den Weg bringen, damit ich eine Aussage zur Qualität der STC-Clip Filter machen konnte. Also habe ich mein mir seit Jahren bekanntes „Setup“ aufgebaut und einfach mal „gemacht“. Mein Testaufbau bestand aus der Lumix G9 mit dem Olympus 2,8/12-40 auf dem Gitzo GT2545 mit dem Gitzo Kugelkopf 82QD. Mit der Kombi habe ich mindestens schon eine Millionen Aufnahmen für meinen Jahreskalender gemacht und kenne die „Macken“ in und auswendig. Als Motiv wurde dann natürlich auch meinen „Lieblingsblick“ samt Hochhaus gewählt, weil sich an diesem Gebäude recht schnell die Qualität der Aufnahme bildmäßig beurteilen läßt.

Die ersten Testaufnahmen sind schon vor ein paar Wochen entstanden und waren für mich wirklich ernüchternd! Ok, es waren Aufnahmen, die ich einfach „auf die Schnelle“ gemacht habe, weil ich neugierig war, ob die Graufilter einen deutlichen Farbstich produzierten, aber solche Ergebnisse? Da konnte etwas nicht stimmen und ich habe daraus gelernt, dass man sich für solche Versuche Zeit nehmen muss. Daher hat die zweite Testreihe etwas länger gedauert und die Ergebnisse könnt Ihr weiter unten sehen.

Die Bilder sind unbearbeitete JPEGs aus der G9 in Lightroom importiert und am iMac auf dem 4k (oder hat der 5k?) Monitor im Vergleich dargestellt. Ich habe alle 3 Filter, den ND 16, den ND 64 und den ND 1000 in der Kamera gehabt und die Bilder verglichen. Aber bitte schaut selber:

Die oben gezeigten Bilder dienen erst einmal dem Überblick, damit Ihr einen Eindruck der Farbverschiebung durch die Graufilter bekommt. Das originale Bild ohne Filter und die Aufnahme mit dem ND 16 zeigen eine kaum sichtbare Farbverschiebung hin zu einem wärmeren Eindruck. Den ND 64 und ND 1000 habe ich etwas länger belichtet, hier ist eine Verschiebung hin zu den wärmeren Tönen deutlich sichtbar (schaut Euch das Grün der Bäume an), aber keinesfalls störend. Insofern bin ich mit dem Farbstich der Graufilter absolut zufrieden, er fällt kaum auf und schiebt die Farbbalance des Bildes etwas in die wärmeren Töne. Mein Haida ND 1000 geht dagegen deutlich mehr in den blaustichigen Bereich und ist auch nicht so leicht zu korrigieren. Also, von mir eine „Thumbs-up“ für die STC-Clip Filter in Sachen Farbverschiebung! Richtig gute und gefällige Leistung auf den ersten Blick!

Wie schaut es jetzt mit der Bildschärfe aus? Gerade zu diesem Teil meines Praxistest hatte ich große Bedenken, waren doch die ersten Aufnahmen gar nicht gut. Aber ich kann Entwarnung geben. Die STC-Clip Filter schlagen sich hervorragend, schaut selbst:

Auf den ersten Blick kann ich keine großen Unterschiede erkennen, wenn überhaupt liegen diese im Laub der Bäume und dies könnte auf leichte Bewegungsunschärfen zurückzuführen sein. Es gab ab und zu leichte Böen an diesem Tag. Das Gebäude am Rand der Bilder ist in meinen Augen quasi identisch, d.h. die STC-Clip Filter machen einen hervorragenden Job! Wie gesagt, ich fotografiere lieber „bildmäßig“ als „Backsteinmauern“ und aus dieser Perspektive kann ich die STC-Clip Filter sehr empfehlen. Der warme Farbton den die Filter produzieren gefällt mir gut und er ist auch einfach zu korrigieren. Ich habe nochmal ein paar Bilder der STC Clip Filter gemacht, damit Ihr Euch vorstellen könnt, wie das ganze im praktischen Einsatz ausschaut.

Das Anbringen der Filter in der Kamera mag im ersten Moment kompliziert erscheinen, ist es aber in der Praxis weniger. Hierzu hatte ich hier bereits ein kleines Video aufgenommen, das den ganzen Vorgang demonstriert. Nach einigen Wechseln der Filter stellt sich eine gewisse Routine ein und es geht leicht von der Hand. Ist der Filter erst einmal in der Lumix G9 (und wahrscheinlich auch bei anderen Kameramodellen) angebracht, ist der Sensor quasi komplett abgeschirmt! STC bietet verschiedenen Filtergläser an, darunter auch einen „Schutzfilter“, der sich natürlich für den Einsatz unter extremen Bedingungen anbietet. Jeder Objektivwechsel bedeutet unter extremen Bedingungen immer die Gefahr, dass Schmutz auf den Sensor gelangt, mit dem Schutzfilter ist die Gefahr gebannt! Im schlimmsten Fall wird der Filter freigeblasen und zur Not auch mit einem Tuch gereinigt.

Unter dem Strich sind die Clip ND Filter von STC wirklich eine Empfehlung wert. Sie haben nach meinem Meinung so gut wie keinen Einfluß auf die Bildqualität und der Farbstich ist nur sehr gering ausgeprägt, einfach zu korrigieren und tendiert in das wärmere Spektrum. Dazu kommt, dass dieses Clip Filtersystem von STC ohne Probleme mit Weitwinkelobjektiven eingesetzt werden kann, die bauartbedingt kein Filtergewinde haben, also Objektive wie das schöne 2,8/7-14 von Olympus, das 1,8/8mm Fish Eye oder das Fuji 2,8/8-16mm. Ein weiterer Vorteil ist das geringe Transportmaß und das kaum wahrnehmbare Gewicht der Filter! Die drei Graufilter wiegen so gut wie nichts im Vergleich zu klassischen Schraubfiltern.

Neben den ND Filtern gibt es noch eine ganze Reihe anderer Filter, wie z.B. Astrofilter, Infrarot Sperrfilter oder einen UV Filter. STC stellt für alle großen Hersteller die Filter her. Pentax, Sony, Canon, Nikon, Fuji, Panasonic und auch Olympus sind dabei. Aber schaut einfach selber nach, hier geht es zur Webseite von STC.

In den nächsten Wochen werde ich mit dem Graufilter Set „ins Feld“ gehen und sie in der direkten Praxis draussen ausprobieren. Dabei interessiert mich vor allem die Kombination mit dem Olympus 2,8/7-14mm, vor das ich über den Adapter von Phil Norton einen Nisi-Verlaufsfilter setzen werden. Es geht also noch etwas weiter mit dem testen, demnächst mit wesentlich mehr Praxis. Also, bleibt gespannt.

An dieser Stelle möchte ich den netten Leuten von STC herzlich danken, die mir den Test ermöglicht haben und mir die Filter kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Klar, dass das keine Auswirkung auf meine Test gehabt hat. Übrigens, für die PEN-F User unter Euch hab ich in den nächsten Tagen eine kleine Aktion vor. Also, haltet die Augen auf!

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